Hilfeschrei der Berufsfotografen • Starmayr Photography

Hilfeschrei der Berufsfotografen- Corona Krise

Hier mein offener Brief, um auf die dramatische Situation der Berufsfotografen Österreichs auferksam zu machen:

Umsatzausfallsentschädigung für Berufsfotografen

Die Situation der rund 10.000 BerufsfotografInnen in Österreich und der 1400 in Oberösterreich ist – gelinde gesagt – dramatisch.

Schon seit der im Jahre 2014 erfolgten Freigabe des Gewerbes ist das Marktvolumen an Aufträgen in der Fotografie mit rund 230 Mio. Euro pro Jahr identisch geblieben. Allein in den letzten drei Jahren sind 2000 Kollegen neu dazugestoßen, gleichzeitig haben 1500 ihr Gewerbe wieder stillgelegt. Der Kuchen wird nicht größer, es gibt ein permanentes Kommen und Gehen – der Großteil der KollegInnen kämpft ums Überleben. Die Zahl der Lehrlinge ist extrem gesunken, weil sich viele Betriebe die Ausbildung des Nachwuchses nicht mehr leisten können.

Der erste Lockdown im März/April hat viele KollegInnen bereits an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit gebracht. Und nach den letzten Verlautbarungen der Bundesregierung in Sachen Unterstützung der durch die Pandemie schwer betroffenen BerufsfotografInnen sind unsere Mitglieder enttäuscht und verstehen teilweise die Vorgehensweise und Argumentationen nicht.

Als nicht körpernahe Dienstleister dürfen wir, mit einigen Beschränkungen wie Abstandsregelung und Maskenpflicht, unsere Fotostudios geöffnet haben. Nur: Fast alle Kunden, die bereits Shootings gebucht hatten, sagen die Termine leider ab. Neue Aufträge sind Fehlanzeige.

Das ist nicht nur bei Privatkunden so, die sich vorbildlich an die Verordnungen halten, sondern auch im B2B. Denn auch Unternehmen evaluieren jetzt ihre Ausgaben und verschieben Investitionen. Dazu kommen die Ausgangsbeschränkungen, die potenzielle Kunden nicht gerade dazu motivieren, einen Berufsfotografen aufzusuchen. Verständlicherweise beschränken sie ihren Ausgang auf zwingend notwendige Einkäufe im Supermarkt, Apotheken oder andere Orte, die für den Lebensbedarf unabdingbar sind.

Eventfotografie, Hochzeitsfotografie, Porträtfotografie, Werbefotografie, Modeshootings, Neugeborenfotografie oder Schulfotografie – alle KollegInnen, die das anbieten, können ihren Beruf derzeit nicht oder nur maximal erschwert ausüben. Für viele Bereiche des großen Spektrums der Fotografie sind nämlich auch andere Dienstleister zwingend erforderlich – nämlich VisagistInnen, KosmetikerInnen, StylistInnen und FriseurInnen. Die sind vom Lockdown direkt betroffen und dürfen ihre Dienstleistungen nicht ausüben.

Es fallen also diejenigen Geschäftsmodelle der Berufsfotografen gänzlich aus, die nur im Verbund mit anderen Dienstleistern funktionieren. Trotzdem werden die BerufsfotografInnen bei der Umsatzausfallsentschädigung nicht berücksichtigt, weil sie ja offiziell offen haben dürfen. Es liegt mir nichts ferner, als eine unselige Neiddebatte zu eröffnen, aber wir Fotografen blicken einigermaßen irritiert auf andere Branchen, die – in einer ähnlichen Situation – jetzt doch Hilfe zugesagt bekommen haben.

Die Weihnachtszeit ist in unserer Branche traditionell die umsatzstärkste Zeit und die in dieser Phase gemachten Einnahmen sind für das Überleben von vielen KollegInnen entscheidend. Dazu kommt noch, dass uns auch eine Aufhebung der Beschränkungen im Dezember nur marginal hilft, da wir Vorlaufzeiten benötigen, bis die Bestellungen abgeschlossen sind und Fotos ja auch bearbeitet werden müssen.

Noch prekärer wird die wirtschaftliche Situation angesichts der Tatsache, dass Jänner und Februar traditionell die umsatzschwächsten Monate des Jahres sind – also auch keine zeitnahe Besserung für den Großteil der Berufsfotografen in Aussicht steht. Wir haben daher die Befürchtung, dass auch Zahlungen aus Härtefallfonds und Fixkostenzuschuss drohende Insolvenzen leider nur kurzfristig hinausschieben könnten.

Gerade in einer Zeit, in der so viele Bilder wie nie zuvor gemacht werden und mehr durch Fotos, als durch Wörter kommuniziert wird, werden die Hilferufe der BerufsfotografInnen ignoriert. Es ist längst fünf Minuten nach zwölf und ohne Unterstützung droht einer ganzen Branche eine fatale Pleitewelle.

Sabine Starmayr
Landesinnungsmeister-Stv.
Mitglied im Bundesausschuss der Berufsfotografen

 #wirtschaftsbundooe #witschaftskammer #berufsfotografen

https://www.meinbezirk.at/wels-wels-land/c-regionauten-community/hilfeschrei-der-berufsfotografen_a4374986

https://www.nachrichten.at/wirtschaft/fotografen-leiden-unter-fehlenden-auftraegen;art15,3327680

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